Aktuelles - Oberwambach bleibt schuldenfrei - 13.06.2011

Oberwambach bleibt schuldenfrei

Ratssitzung Steuereinnahmen steigen – Doppelhaushalt beschlossen – Bestattung unter Bäumen bald möglich

Die Gemeinde Oberwambach hat allen Grund zur Freude. Im Gegensatz zu etlichen anderen Kommunen im Kreis Altenkirchen ist der Ort bereits seit einigen Jahren schuldenfrei und kann auch seine kommenden Aufgaben ohne den Gedanken an eine Kreditaufnahme erfüllen.

In der jüngsten Ratssitzung wurde jetzt der Doppelhaushalt 2011/12 einstimmig verabschiedet. Sascha Koch, Haushalts-sachbearbeiter bei der Verbandsgemeindeverwaltung Altenkirchen, hatte das 87 Seiten umfassende Zahlenwerk zusammengestellt und erläuterte in der Sitzung die Eckdaten.

Im Ergebnishaushalt stehen im laufenden Jahr Erträgen von 252180 Euro Aufwendungen von 250 025 Euro gegenüber – macht einen Überschuss von 2155 Euro.
2012 belaufen sich die Erträge auf 256 880 Euro und die Aufwendungen auf 253 225 Euro.
Der Überschuss beträgt dann 3655 Euro.
Im Finanzhaushalt stehen 2011 Einzahlungen von 249 880 Euro Auszahlungen von 248 525 Euro gegenüber, bleiben 1355 Euro in der Kasse. Die entsprechenden Zahlen für das kommende Jahr sind 254 580 Euro Einzahlungen
und 251 525 Euro Auszahlungen: Das ergibt ein Plus von immerhin noch 3055 Euro.

Nachdem die Gemeinde 2008 einen Kredit in sechsstelliger Höhe abgelöst hat, ist man schuldenfrei, wie Haushaltsexperte Koch im Gespräch mit unserer Zeitung erläuterte. Weder für den Zeitraum 2011/12 noch für die Jahre 2013 und 2014 ist die Aufnahme von Krediten geplant. Zum 31. Dezember betrugen die liquiden Mittel von Oberwambach 90 211 Euro. Der Finanzmittelfehlbetrag im laufenden Jahr beträgt 71 045 Euro, für 2012 werden 3445 Euro veranschlagt. In beiden Fällen können die Fehlbeträge aus den liquiden Mitteln finanziert werden.

Nach dem Einbruch im vergangenen Jahr (von 144 668 Euro aus dem Jahr 2009 auf dann nur noch 130 600 Euro) werden die Steuereinnahmen in Oberwambach wieder kontinuierlich steigen: Für 2011 sind 145 800 Euro veranschlagt, fürs kommende Jahr 150 300 Euro sowie 152 200 Euro beziehungsweise 154 800 Euro in den Folgejahren.

Die Steuerkraft je Einwohner beträgt aktuell 339,65 Euro, das sind 47,39 Prozent des Landesdurchschnittes. An Schlüssel-zuweisungen erhält die Gemeinde im Jahr 2011 genau 82 504 Euro, rund 11000 weniger als im vergangenen Jahr. Mit Investitionen agiert man in Oberwambach eher zurückhaltend. So sind unter anderem Ausgaben für das Gerätehaus und den Friedhof sowie für einen Rasentraktor und Sportgeräte vorgesehen.

„Wir wollen eine Fotovoltaikanlage für unser Gerätehaus“, ergänzt Ortsbürgermeister Hans-Joachim Ramseger im Gespräch mit unserer Zeitung. Eine Entscheidung zu diesem Punkt fiel in der jüngsten Sitzung allerdings noch nicht; erste Informationen wurden aber bereits eingeholt.

In dem Ort mit rund 410 Einwohnern wird der Zusammenhalt großgeschrieben. Deshalb verfolgten wieder etliche Einwohner – auch Jugendliche – die Ratssitzung in der Gaststätte Wambacher Hof. „Wir legen großen Wert darauf, dass sich die Bürger melden, wenn es ein Problem gibt, damit der Missstand schnell abgestellt werden kann“, sagt Ortsbürgermeister Ramseger. Schließlich könnten die Ratsmitglieder nicht alles bemerken. Einstimmig verabschiedete man die Neufassung der Hundesteuersatzung. Die Hebesätze bleiben mit 36 Euro für den ersten, 72 Euro für den zweiten sowie 120 Euro für den dritten und jeden weiteren Hund unverändert. Spezielle Gebühren für Kampfhunde gibt es nicht. „Wenn das nötig wird, würden wir die Sätze anpassen“, erläutert Ramseger.

Nicht vergeben muss Oberwambach die kostenpflichtige Brückenprüfung gemäß DIN 1076. Es gibt zwar drei Brücken, aber diese sind keine Ingenieurbauwerke, erklärt der Ortsbürgermeister. Die könne man selbst im Auge behalten, beschied der Rat.

Auch in Oberwambach soll es bald die Möglichkeit der Bestattung unter Bäumen geben. „Die Nachfrage ist groß“, hat Hans-Joachim Ramseger festgestellt, „es liegen schon acht Anfragen vor. Wir wären dann die dritte Gemeinde in der Verbandsgemeinde Altenkirchen, nach Altenkirchen und Weyerbusch.“ An den genannten Orten sowie in Steimel im Kreis Neuwied hat sich der Rat bereits informiert. Auf dem Oberwambacher Friedhof käme ein Areal infrage, auf dem hauptsächlich 60- bis 70-jährige Eichen wachsen. Für den 11. Juni ist ein Arbeitseinsatz auf dem Friedhof geplant: „Wir wollen die Fläche freischneiden. Dabei soll der hainartige Charakter aber erhalten bleiben“, erklärt der Ortsbürgermeister

Rhein-Zeitung: 20.Mai 2011, Gudrun Kaul

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