Geschichtliches über Oberwambach

Geschichten aus Oberwambach

Angebliche Spartakisten in OberwambachWappen der Ortsgemeinde
Die Dorfkirche in Oberwambach

Unser Wappen

Genehmigungsurkunde aus dem Jahr 2006

 

Geschichtliches

Schulzeugnis von 1884 (zur Verfügung gestellt von Dr. Walter Seeger)
Werbung für Kaffee-Ersatz von 1930

Über die erste urkundliche Erwähnung des Ortes sind keine genauen Aufzeichnungen vorhanden. Sicherlich beginnt, wie bei jeder Siedlung, auch die Geschichte von Oberwambach mit der Gründung. Sie fällt, davon kann ausgegangen werden, in die zweite germanische Siedlungsperiode. Hierzu gehören alle Orte, die mit ,- bach' enden. Entstanden sind sie frühestens im 4. und spätestens im 12. Jahrhundert.

Nach den Eintragungen in der Schulchronik dürfte die Entstehung des Dorfes mit ziemlicher Sicherheit in das 10. Jahrhundert fallen, da im gleichen Zeitraum auch dort die alte Waldkapelle erbaut worden ist. Die Ansiedlung in jener Zeit fanden entweder als Einzelsiedlung oder als Haufensiedlung statt.

Während sich die reichen Gutsherren in Einzelsiedlungen absonderten, siedelten sich die Ärmeren in Haufensiedlungen an. Die Einzelsiedlungen sind, von wenigen Ausnahmen abgesehen, längst verschwunden. Hierzu gehörte der "Hof Lingertsbach",-dessen Flächen jetzt zur Gemarkung Oberwambach zählen.

Im Gegensatz hierzu ist das "Dorf Oberwambach" eine typische Haufensiedlung gewesen. Abgesehen von Altenkirchen war Oberwambach lange Zeit der größte und bedeutendste Ort in der weiteren Umgebung. Hier fanden auf der Höhe zwischen Oberwambach und Amteroth auch Märkte statt. Man spricht deshalb bei diesem Gelände auch heute noch von dem "Marktplatz".

Der Ortsname Wambach, früher Wahnbach, Wanbach, Wannebach und Wahnebach geschrieben und genannt (mundartlich heute noch Wannemich) kommt her von - bach  Hügel am Wasser und Wanen. Gewiss ist hiernach auch der" Wambach" benannt worden. 1464 wird das Dorf erstmalig schriftlich mit seinem jetzigen Ortsnamen "Oberwambach" erwähnt. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts hatte Oberwambach nur 38 "Bürger", die alle "Wald berechtigt" waren. Zu den später errichteten Häusern gehörte eine Waldberechtigung nicht mehr. Das hat sich bisher nicht geändert. Die heutige Waldinteressentenschaft (früher Wald berechtigte) hat gemeinsam noch 34 Anteile. Vier Anteile wurden von der Interessentenschaft im Laufe der Jahre aufgekauft.

In seiner langen Geschichte ist auch Oberwambach nicht von Katastrophen verschont geblieben. So starben im Jahre 1869 im Dorf 23 Kinder, teils schulpflichtig, an Scharlachfieber. Auch die Feuerkatastrophen in den verschiedensten Jahren waren keine Seltenheit.

Dabei musste öfters von Brandstiftung ausgegangen werden. Die größte Katastrophe ereignete sich während des 2. Weltkrieges, als am 25.03.1945 alliierte Flugzeuge drei Bombenteppiche in und um das Dorf herum abwarfen. Hierbei waren 22 Todesopfer und viele Verletzte zu beklagen. Unter den Opfern fanden sich nicht nur Einheimische, sondern auch Evakuierte und Soldaten. Einige Häuser, darunter auch die alte Mühle, in der Heimatdichter Karl Ramseger wohnte, wurden total zerstört, alle übrigen mehr oder weniger stark beschädigt. Auch das Lichtnetz und die Wasserleitung waren stark mitgenommen. Unter vielen Mühen mussten in den Tagen danach die Straßen und Wege von den Trümmern freigemacht werden. Gleich nach Kriegsende begannen die Oberwambacher Bürger mit dem Wiederaufbau. Heute sind Spuren dieser Katastrophe im Dorf nicht mehr zu erkennen.

Die beiden Weltkriege haben aus dem Dorf zahlreiche Opfer gefordert. Im 1. Weltkrieg sind 11 Oberwambacher Männer gefallen. Ein Mann wurde vermisst. 16 Gefallene und 10 Vermisste sind im 2. Weltkrieg zu beklagen. Außerdem gab es 3 Todesopfer aus dem Dorf bei der Bombardierung am 25.03.1945.

Oberwambach ist, seit dem es politische Gemeinden gibt, eine selbstständige Gemeinde. Bereits im Jahre 1557 soll Oberwambach als solche bezeichnet worden sein. Sie gehört verwaltungsmäßig zur Verbandsgemeinde Altenkirchen mit Sitz in Altenkirchen. Bevor Ortsvorsteher die Verwaltung übernahmen, übten allgemein Schultheiße, Geschworene, Sendschöffen und Schöffen ihre Herrschaft in den Kirchspielen und Gemeinden aus.


Ab 1845 waren in Oberwambach Ortsvorsteher bzw. Bürgermeister:

Name von bis  
Adam Schumann 1845 1874 (von 1834-1845 Sendschöffe)
1874-1884
Peter Hommer
1874 1884  
Heinrich Schumann 1884 1903  
Wilhelm Brauer 1903 1906  
Karl Müller 1906 1911  
Johann Adam Schmidt 1911 1919  
Heinrich Fuchs 1919 1924  
Heinrich Anton Klein 1924 1933  
Heinrich Hommer 1933 1946  
Fritz Hasselbach 1946 1956  
Erwin Schmidt 1956 1974  
Emil Pfeifer 1974 1989  
Hans-Gerd Hasselbach 1989 2009